Wie Genossenschaften die Weiterbildung der Zukunft gestalten

Wie gelingt es Genossenschaftsbanken, ihre Mitarbeitenden fit für die Zukunft zu machen?
Mit dem Bildungsmonitor legen die genossenschaftlichen Akademien (ABG, ADG, GenoAkademie und Genossenschaftsakademie Weser-Ems) erstmals eine gemeinsame Untersuchung vor. Der Bericht liefert zentrale Impulse für die zukunftsgerichtete Gestaltung von Weiterbildungsangeboten in der genossenschaftlichen FinanzGruppe.
Technologische Entwicklungen, der Fachkräftemangel, zunehmende Regulatorik und sich wandelnde Kundenbedürfnisse stellen Banken wie auch Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Die Anforderungen an Mitarbeitende und Führungskräfte verändern sich drastisch. Weiterbildung wird damit zum strategischen Erfolgsfaktor.
Der Bildungsmonitor 2025/2026 macht aktuelle Entwicklungen sichtbar und bietet eine Grundlage für faktenbasierte Diskussionen über die Zukunftsfähigkeit der genossenschaftlichen FinanzGruppe.
Grundlage für den Bildungsmonitor ist die empirische Auswertung der Antworten von Vorständen genossenschaftlicher Banken zu Weiterbildungsschwerpunkten, -trends und -methoden. Ergänzend finden sich im Bildungsmonitor Interviews mit Führungskräften aus Genossenschaftsbanken, die Erfahrungsberichte und Best-Practice-Beispiele liefern.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Bildung zentral für die strategische Ausrichtung vieler Kreditgenossenschaften ist. Gleichzeitig zeigen sich strukturelle Hürden, die verhindern, dass das Potenzial von Weiterbildung in den Genossenschaftsbanken voll genutzt wird. Oft wird Weiterbildung nicht in der gesamten Organisation mitgedacht und genutzt. Teilweise fehlen etablierte Strukturen zur Ermittlung des Weiterbildungsbedarfs oder die Integration in den Arbeitsalltag fällt schwer. Förderlich ist es eine Lernkultur zu schaffen, die die bestehenden Kompetenzen und Qualifikationen kontinuierlich an neue Gegebenheiten anpasst.
Der Umgang mit neuen Technologien verändert das Lernen:
„Gerade im Kontext von KI zeigt sich, wie sich Bildung wandeln muss. Es reicht nicht, Systeme anzuwenden – entscheidend ist, Informationen kritisch zu hinterfragen. Diese reflexive Kompetenz wird Kern des Lernens der Zukunft sein“, so Jan-Christian Klotz, Bereichsdirektor Personal und Prokurist bei der Volksbank im Münsterland eG.
Für viele rückt der persönliche Austausch wieder mehr in den Fokus:
„Präsenzformate gewinnen wieder an Bedeutung. In Seminaren spüre ich, wie viel Energie aus Vernetzung, Gesprächen und dem Zwischenmenschlichem entsteht – das geht im digitalen Alltag manchmal verloren“, berichtet Ariane Reinheimer, Leiterin Personalentwicklung bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank.
Der Bildungsmonitor dient als Diskussionsanstoß, Standortbestimmung und Impulsgeber für die Weiterbildungsstrategie in Genossenschaftsbanken.