Beste im 501. GBF | Volksbank Erft eG

Chaos auf dem Schreibtisch, Klarheit im Kopf

Simone Foerster: Erfahrung GBF

Simone Foerster leitet Marketing, Vertriebssteuerung und digitalen Vertrieb – und war GBF-Beste im 501. Durchlauf. Ein Porträt über eine Frau, die immer gewusst hat, was sie will. Bis das GBF sie eines Besseren belehrte.

Simone Foerster steht morgens spätestens um sechs auf. Am Wochenende wird es spätestens sieben. Sie lacht, als sie das erzählt – Frühaufsteherin, durch und durch. Als wir sie fragen, was ihr erster Gedanke am Morgen des Interviews war, schmunzelt sie: „Was ich noch alles erledigen muss, bevor ich Donnerstag in den Urlaub fahre.“ Türkei, eine Woche – versprochen an ihre elfjährige Tochter. Ein Versprechen nach monatelangen Entbehrungen, die das GBF mit sich brachte.

Ein Weg, der schon früh Konturen hatte

Simone Foerster hat nie besonders viel Zeit damit verbracht, sich zu fragen, ob sie auf dem richtigen Weg ist. Seit 2003 ist sie bei der Volksbank Erft eG – damals als Auszubildende nach dem Abitur, heute als Bereichsleiterin für Marketing, Vertriebssteuerung und digitalen Vertrieb. Dazwischen: ein berufsbegleitendes Studium an der ADG Business School, der Aufbau des Vertriebsmanagements aus dem Nichts, die Übernahme des Kundendialogcenters – und rund 20 Mitarbeitende, die sie heute führt.

„Hätte ich nach der Ausbildung das BankColleg gemacht wie viele andere, wäre ich schnell fertig gewesen“, sagt sie. Aber Schnelligkeit war nie ihr Kriterium. „Wenn ich Zeit und Mühe investiere, soll es etwas Besonderes sein. Außerdem wollte ich nicht ‚nur‘ Bank machen.“ Dass sie damit als Erste in ihrer Bank ein solches berufsbegleitendes Studium absolvierte, fühlte sich für sie richtig an.

Dass sie das GBF erst mit 42 gemacht hat – später als viele Kollegen, die gleich nach der ersten Führungsrolle einsteigen – war ebenso eine bewusste Entscheidung. Ihre Tochter sollte alt genug sein, um zu verstehen, was Mama da eigentlich macht. Und rückblickend: „Es ist mir wesentlich leichter gefallen als anderen. Es gab kaum ein Thema, zu dem ich keine Berührungspunkte hatte.“

Spazierengehen als Lernstrategie

Auf Schloss Montabaur hat Simone Foerster nicht alleine gelernt. Nach jedem Seminartag zog eine feste Gruppe los – spazieren, eine Stunde, manchmal eineinhalb, und dabei durchsprechen, was der Tag gebracht hatte. Abends zusammensitzen, Glas Wein in der Hand, gegenseitig abfragen. Heiko, ihr Steuerer in der Gruppe, wurde schnell zu „Günther“ umgetauft – wegen Günther Jauch und seiner Vorliebe, alle zu befragen.

Das Lernen fand statt, wann immer es ging. In der Mittagspause, auf dem Heimweg, in ruhigen Momenten des Tages – Simone Foerster hat es in jeden Winkel ihres Alltags eingebaut, den sie finden konnte. Zwischen den Saunaaufgüssen lagen die Lernkarten. So ist das, wenn man es wirklich ernst meint.

Und die Nacht vor der mündlichen Prüfung? Die erste schlaflose, die sie je vor einer Prüfung hatte. „Man wusste nicht, was einen erwartet. Jeder hatte gesagt: Du kannst dich nicht vorbereiten.“ Dann kam das Adrenalin – und es hat geklappt.

Ein Netzwerk, das sie nicht gesucht hat

Ein gutes Netzwerk hatte Simone Foerster schon vor dem GBF. Vertriebsmanagement ist eine Querschnittsrolle – man kennt alle, alle kennen einen. Warum also noch das GBF? Was sie nicht erwartet hatte: dass aus Kursteilnehmenden Freunde werden. Dass man nach einem Jahr Menschen kennt, mit denen man über den eigenen Bereich hinaus denkt. „Das Netzwerk im GBF ist ein anderes. Das hätte ich so nicht gesucht – und jetzt möchte ich es nicht missen.“

Und dann war da noch etwas: Das GBF hat sie fachlich so weit über ihre bisherigen Bereiche hinausgeführt, dass sie danach plötzlich nicht mehr sicher war, was sie eigentlich als nächstes will. „Ich war noch nie so unentschlossen. Mir haben einfach alle Themen Spaß gemacht – sogar Banksteuerung, wo alle sagen: furchtbar für Vertriebler.“ Ob Vorstand irgendwann ein Thema sein könnte? „Sag niemals nie.“

Führen, ohne alles selbst zu machen

Simone Foerster ist direkt – das weiß ihr Team. „Jeder weiß, wo er bei mir dran ist“, sagt sie. Und jeder weiß: Wenn es wirklich darauf ankommt, privat oder beruflich, nimmt sie sich die Zeit. Auch dann, wenn sie eigentlich keine hat.

Was sie in den letzten Jahren verändert hat: Dinge abzugeben. Leicht fällt es ihr nicht. Aber sie hat gelernt, dass Vertrauen keine Kontrollücke ist. Mit der Übernahme des Kundendialogcenters wuchsen ihr Team und ihre Verantwortung. Und mit ihr wuchsen auch die Freiräume ihrer Mitarbeitenden. „Wo ich weiß, dass es läuft – da schaue ich nicht mehr rein.“

„Like a Boss“ – und das Foto dazu hängt im Büro

Wer Simones Büro betritt, sieht: Chaos auf dem Schreibtisch, keine Bilder an der Wand, keine Deko. „Frauenuntypisch“, sagt sie. Dafür ein ausgedrucktes Foto, das Kollegen aufgehängt haben: Simone in einem alten Chefsessel, Brille auf der Nase, strenger Blick in die Kamera. Entstanden bei einem Videodreh. Beschriftet: „Like a Boss.“

Sie findet es lustig. Wer Simone Foerster kennt, wundert sich nicht.

Wenn sie nicht arbeitet, wandert sie. Am liebsten in Südtirol, am liebsten in den Bergen. Sie wohnt am Feld, braucht den Ausgleich in der Natur – und den Austausch mit Freunden. Doch erst einmal geht es die Woche in die Türkei. Die war versprochen.

GBF: Dein Sprungbrett für die nächste Karrierestufe

Das GBF – das Genossenschaftliche Bank-Führungsseminar – gehört seit über 40 Jahren zu den bekanntesten Führungsprogrammen der Branche. Mehr als 8.600 Absolventinnen und Absolventen steuern heute Teams, Bereiche oder ganze Banken.

Was macht das GBF besonders?

  • Jede Gruppe wird von einem Mentor begleitet – meist ein aktiver Vorstand, der Einblicke aus der Praxis gibt.
  • Lernbegleitung unterstützt dich dabei, auch unter hoher Belastung am Ball zu bleiben. Mit Trainings, Coaching und dem Austausch mit ehemaligen Teilnehmenden.
  • Das Leadership Style Assessment (LSA) hilft dir dabei, dein eigenes Handeln im Führungsalltag zu reflektieren.