Berufsintegriertes Studium

Franziska Göbel – Die Macherin aus dem Westerwald

Franziska Göbel - Absolventin ADG Business School

Franziska Göbel hat ihr berufsintegriertes Studium an der ADG Business School mit Auszeichnung abgeschlossen – ganz nebenbei hat sie ein Escape Game entwickelt, den Jugendmarkt ihrer Bank neu aufgebaut und wurde zur besten Bankkauffrau Deutschlands gekürt. Mit 24 Jahren steht sie am Anfang einer Karriere, die sie sich selbst entworfen hat. Ein Porträt über eine junge Frau, die nicht Erste werden wollte – und es trotzdem wurde.

Franziska Göbel kommt aus Herschbach. Wer den kleinen Ort im Westerwald nicht kennt, kennt ihn nicht. Doch Franziska bedeutet er eine ganze Menge. Als sie nach dem Abitur überlegte, was als Nächstes kommen soll, war eines klar: Sie wollte bleiben, wo sie hingehört. Ein theorielastiges Studium weit weg von zu Hause? Kam nicht infrage.

Was kam, war die ADG Business School – empfohlen von einem Freund, der bei einer Bank arbeitete. Franziska erkundigte sich nach den Partnerinstituten, stieß auf die Westerwald Bank und war schnell überzeugt. „Der genossenschaftliche Gedanke hat mir sehr gut gefallen und unterscheidet sich halt von anderen Banken“, sagt sie. Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele. Dieses Prinzip beschreibt nicht nur ihre Bank, sondern auch sie selbst.

Berufsintegriertes Studium, Bestenliste – und kaum Schlaf

Ein berufsintegriertes Studium in einer Genossenschaftsbank ist kein Spaziergang. Franziska weiß das. „Am Anfang war es schwierig, bis ich mir selbst eine Struktur entwickelt hatte“, erinnert sie sich. Es gab Phasen, in denen Berufsschule und Prüfung an der ADG Business School auf denselben Tag fielen. Geholfen hat ihr dabei vor allem das soziale Netz: eine Schulfreundin, mit der sie gemeinsam startete, die Familie im Hintergrund, eine kleine Gruppe Kommilitonen, mit denen sie zusammenwuchs. „Wir haben uns immer gegenseitig unterstützt“, sagt sie. Freundschaften, die bis heute halten.

Das Ergebnis: Franziska schloss ihr berufsintegriertes Studium als eine der Besten ihres Jahrgangs ab und wurde parallel dazu zur besten Bankkauffrau Deutschlands unter allen Auszubildenden gekürt. Der ADG Alumni Award, den sie für ihre Leistung erhielt, nahm sie mit großem Dank entgegen. „Es ist eine enorme Wertschätzung“, sagt sie. Und dann, fast beiläufig: „Dabei war es gar nicht mein Ziel, die Beste zu sein.“ Es klingt wie eine Floskel. Ist es nicht. In ihrer Bachelorarbeit über datengetriebenen Vertrieb und digitale Kundenansprache schrieb sie eine Eins. „Ich lerne, weil es mir Spaß macht und weil ich gut vorbereitet sein möchte. Aber nicht, um eine Eins zu schreiben.“

Escape Game, Krypto, Jugendmarkt

Heute arbeitet Franziska als Referentin in der Vertriebssteuerung der Westerwald Bank. Ihr Alltag: Produkteinführungen begleiten, Vertriebsmaßnahmen entwickeln, den Jugendmarkt komplett neu konzipieren. Eines ihrer Projekte ist dabei besonders einprägsam: das Wäller Escape Game „The Cube“, insgesamt 12 Rätselboxen, die junge Menschen in die Filiale locken sollen. Franziska hat sie implementiert. Mit 23 Jahren.

„Man denkt vielleicht, so eine Regionalbank ist konservativ und eingefahren – ist sie überhaupt nicht“, sagt sie, und das klingt nicht wie eine Sprachregelung, sondern wie echte Überzeugung. Aktuell begleitet sie die Einführung von „meinKrypto“. Das berufsintegrierte Studium hat sie nicht an den Rand des Finanzmarkts geführt, sondern mitten hinein.

Nachhilfe, Karneval, Pilates – und sehr gutes Essen

Wer Franziska nur auf ihre Karriere reduziert, verpasst die Hälfte. Sie gibt ehrenamtlich Nachhilfe, für alle Klassen, alle Fächer, von der Grundschule bis zum Abitur. Nicht weil sie muss, sondern weil es ihr Freude macht, anderen weiterzuhelfen. Dieser Charakterzug zieht sich durch: Wenn in der Bank etwas Neues eingeführt wird, etwa Microsoft 365, steht sie für Fragen bereit. „Ich helfe aber auch gerne“, sagt sie, als wäre das die selbstverständlichste Sache der Welt.

Daneben sitzt sie im Vorstand des Herschbacher Karnevalsvereins, verbringt viel Zeit mit ihrem kleinen Bruder und den vielen Kindern in der Familie. Ursprünglich wollte sie Lehrerin werden – der Wunsch, etwas weiterzugeben, ist geblieben, hat nur eine andere Form gefunden. Körperlich hält sie sich mit einem konsequenten Mix aus Fitnessstudio, Laufen und Pilateskursen fit. Und dann ist da noch die andere große Leidenschaft: Essen. Franziska probiert Restaurants aus, reist für gutes Essen, freut sich daran mit derselben Offenheit, mit der sie auch neue Märkte erschließt. Gereist wird generell viel. Nach dem Studienabschluss flog sie vier Wochen nach Thailand. Mit dem Koffer, nicht mit dem Rucksack, und in Hotels. Als nächstes stehen Norwegen und Südafrika auf dem Plan. Im berufsintegrierten Studium hatte sie höchstens mal vier Tage am Stück frei – sie hat echten Nachholbedarf.

Was als Nächstes kommt

Franziska studiert inzwischen weiter: den Master Leadership an der EBS Oestrich-Winkel. In fünf Jahren möchte sie in einer Führungsposition sein. Weil sie ihre eigenen Ideen umsetzen will. „Als junger Mensch“, sagt sie, und das klingt nicht wie ein Vorbehalt, sondern wie eine Selbstverständlichkeit.

Wer ihr heute rät, mal langsamer zu machen, wird höflich überhört. Franziska Göbel aus Herschbach macht die Dinge, die ihr Spaß machen. Und sie macht sie sehr gut.

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