Nannt meets Terodde | Leadership-Event auf Schloss Montabaur

Am 11. Juni lud Vorstandsvorsitzender Boris Nannt zum ersten „Nannt meets“-Abend auf Schloss Montabaur ein – mit Fußball-Rekordtorjäger Simon Terodde. Was folgte, war ein ehrliches Gespräch darüber, was Führung wirklich trägt, wenn der Druck real wird.
Führung unter Druck. Ein Thema, das jeder kennt und über das trotzdem die meisten zu wenig reden – jedenfalls nicht ehrlich.
Boris Nannt kennt Druck aus erster Hand, aus seiner Vergangenheit als Bundeswehr-General. Zwei Einsätze im Kosovo, Afghanistan mit 450 Menschen in seiner Verantwortung. Er weiß, wie es sich anfühlt, wenn Entscheidungen sofortige Konsequenzen haben. Seine Botschaft an die Entscheider aus dem Mittelstand im Veranstaltungszentrum war klar: „Früher war die Krise die Ausnahme. Heute ist Unsicherheit der Normalzustand.“ An seinem Führungsstil habe sich seit seiner militärischen Karriere wenig geändert, sagt er. „Ich führe genauso wie früher – ich spreche nur anders.“
Was trägt, wenn alles schwankt? Für Boris Nannt ist die Antwort eindeutig: „Vertrauen ist keine weiche Größe – es ist deine einzige Währung in der Krise.“ Die Formel, an die er glaubt: Klarheit im Ziel, Freiheit im Weg – das führt zu Übernahme von Verantwortung.
Vertrauen ist keine weiche Größe – es ist deine einzige Währung in der Krise.
Mit 28 Jahren hat Simon Terodde eine Entscheidung getroffen, die viele nicht verstanden haben: Er hat aufgehört, gegen seinen eigenen Traum zu kämpfen. In der 1. Bundesliga gespielt, Tore geschossen – aber nie so, wie er es konnte. Also hat er sich gefragt, wo er wirklich stark ist. Wo er ein Spielfeld findet, auf dem er führen, liefern und gewinnen kann. Die Antwort war die 2. Liga. 177 Tore, viermal Torschützenkönig, dreimal Aufstieg als Meister. „Ich muss nicht der Beste in der 1. Liga sein, sondern auf meinem Spielfeld.“
Was Terodde auf dem Platz gelebt hat, lässt sich schwer in ein Konzept pressen. Nach einer hohen Niederlage zu den Fans gehen, die den Mittelfinger zeigen. In den Fanshop, zu den Mitarbeitenden, die traurig sind. Die Doppel-6, die läuft ohne dass jemand drüber redet, als Führungsspieler zur Seite nehmen und sagen: Du bist überragend. „Respekt kaufst du dir nicht mit deinem Namen. Nur mit Leistung.“ Und ein Satz, den man so selten hört: „Jeder weiß, was du besser machen könntest. Aber kaum einer sagt: Sei zufrieden mit dem, was du kannst.“
Jeder weiß, was du besser machen könntest. Aber kaum einer sagt: Sei zufrieden mit dem, was du kannst.
Simon Terodde, Bundesliga-Rekordtorjäger
Nach den Impulsen folgte eine offene Diskussion mit Fragen und einem gemeinsamen Dinner. Den Abschluss machte das WM-Auftaktspiel auf der Leinwand. Das Konzept „Nannt meets“ ist auf Wiederholung ausgelegt. Der Abend hat gezeigt, warum.
