Aus der Praxis | GARANT Gruppe

Wie bereitet man über 100 Mitarbeitende auf eine Arbeitswelt vor, die sich schneller verändert, als Planungen greifen können – und ohne dass das Gelernte im Alltag verpufft? Britta Beez, Leiterin Personal & Organisation der GARANT Gruppe, hat gemeinsam mit der ADG ein Future-Skills-Programm entwickelt, das gezielt in die Breite geht. Im Interview erzählt sie, was diese Lernreise besonders gemacht hat und warum der entscheidende Moment manchmal erst nach dem Training kommt.
Britta Beez: Mich hat schon lange interessiert, wie Denken, Fühlen und Handeln von Menschen in Gruppen funktionieren und wie eine Organisation als Ganzes wächst. Im Rahmen unserer Organisationsentwicklung wurde mir klar: Klassische Personalentwicklung reicht heute nicht mehr aus. In der VUKA-Welt brauchen wir ein anderes Verständnis von Kompetenzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Den ersten Impuls bekam ich in einer Sitzung des Arbeitskreises AQuA auf Schloss Montabaur, wo das Thema vorgestellt wurde. Was mich überzeugt hat: Wir wollten nicht einzelne Personen fördern, sondern das Lernen wirklich in die Breite bringen.
Ich hatte die Hoffnung, dass unsere Mitarbeitenden offen sind für Themen wie Ambiguitätstoleranz und Resilienz, dass die Neugier da ist. Ganz bewusst haben wir die Gruppe fachlich quer gemischt und ausschließlich auf Mitarbeiterebene gearbeitet. Führungskräfte haben einzelne Trainings begleitet, aber der Kern lag woanders: Über 100 Personen sollten sich auf den Weg machen.
In Summe sehr verlässlich und partnerschaftlich. Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt. Man spürt, dass man mit einem professionellen Anbieter für Qualifizierungen arbeitet. Es gab immer Ansprechpartner und wir haben gemeinsam versucht, das Beste auf die Straße zu bringen.
Wir haben uns gemeinsam auf eine Lernreise gemacht. Das Ziel war nie, ein Training zu machen, das einfach verpufft. Deshalb haben wir nach jedem Modul ein Follow-up gesetzt. Ein Highlight war ein virtueller Online-Escape-Room als Lernumgebung: ein Format, das wir vorher so nicht kannten. Was das Programm insgesamt ausgezeichnet hat: Alle Trainerinnen und Trainer brennen für ihre Themen und bringen Wissenschaftlichkeit, didaktisches Handwerk und psychologisches Hintergrundwissen in einem stimmigen Mix zusammen. Besonders war auch die Offenheit, ein Modul gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der NOWEDA – einer anderen Verbundgruppe – zu gestalten. Das hat auch die Vernetzung untereinander gestärkt.
Heterogen – das ist ehrlich gesagt auch zu erwarten, denn diese Themen hängen stark vom persönlichen Zugang ab. Aber es gab eine extreme Offenheit und ein großes Vertrauen in den Gruppen. Dass wir ein Modul mit einer anderen Verbundgruppe geöffnet haben, wurde als echter Mehrwert wahrgenommen. Und auch unsere Geschäftsführung hat das Projekt mit großer Offenheit begleitet.
Zwei Momente stechen heraus. Eine Kollegin war nach ihrem Training zunächst etwas enttäuscht. Dann kam der virtuelle Escape Room als Follow-up – und danach hat sie sich extra noch einmal bei mir gemeldet, um zu sagen, dass sie jetzt den Transfer in den Alltag gemacht hat und wie zufrieden sie damit ist.
Die zweite Rückmeldung kam von einer Kollegin, die erzählte, dass sie sich durch das Training intensiver mit sich selbst beschäftigt hat und jetzt aktiv daran arbeitet, weniger starr im Handeln zu sein.
Man muss durchhalten. Transformation braucht einen langen Atem. Und es lohnt sich, immer wieder neue und experimentelle Wege zu gehen. Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis.