Suche nach Herausforderung

Er sucht Lösungen, wo andere aufgeben, und bleibt neugierig auf das, was kommt. Max Wukkert, Business Manager bei der ING und Absolvent der ADG Business School, zeigt, dass analytisches Denken und Humor kein Widerspruch sind.
Der Westerwald – für viele ein Ort, an dem die Welt noch überschaubar ist. Für Max Wukkert ist er vor allem eines: Herkunft mit Bodenhaftung. „Der Westerwald hält die Leute“, sagt er und lächelt. Bodenständig klingt er, aber keine Spur von Stillstand.
Schon mit 16 zieht es ihn hinaus: ein Jahr in Mexiko, ohne Sprachkenntnisse, ohne Sicherheitsnetz. „Ich war gerade 16 geworden. Vorher war mein Leben recht einfach: Schule, Handball, Freunde, Familie. Und dann stehst du plötzlich in einem fremden Land, in einer fremden Familie, verstehst nichts und musst dich einfinden. Das macht was mit dir.“ Er lacht, als er zurückdenkt: „Mit 16 glaubst du, du bist schon erwachsen – und dann wirst du ziemlich schnell auf den Boden der Tatsachen geholt.“
Das Jahr prägt ihn. Spanisch lernt er in Windeseile, Freundschaften entstehen, Selbstverständliches wird hinterfragt. „Du bist plötzlich allein verantwortlich für dich. Das erdet. Und ich kann sagen: Man kommt erwachsen aus so einem Jahr zurück.“
Eigentlich wollte Max Mathe studieren. „Das war ein großer Zufall“, erzählt er. „Ich war mit meiner besten Freundin auf einer Messe und habe mich mit jemandem von der Deutschen Bank dazu ausgetauscht. Die Jobs, von denen er mir erzählt hat, klangen super interessant.“ Dieses Gespräch brachte den Stein ins Rollen und führte schließlich zu seinem dualen Studium im Banking.
Seit inzwischen über acht Jahren arbeitet er bei der ING. „Ich bin froh, bei der ING zu sein. Ich werde gesehen und wertgeschätzt“, sagt er. Beim berufsintegrierten Master an der ADG Business School spürte er diese Haltung besonders. „Während des Masters gab es einige stressige Phasen. Umso mehr habe ich den Rückhalt meines Teams und die Flexibilität meines Arbeitgebers geschätzt. Das hat den Unterschied gemacht.“
Max mag es, wenn Dinge kompliziert sind. „Ich bin zahlengetrieben und analytisch. Aber ich kann Chaos gut in Struktur bringen.“ Dieser Satz beschreibt ihn vielleicht am besten: jemand, der sich gern in Systeme hineindenkt, bis sie Sinn ergeben – und der in dieser Tiefe Ruhe findet.
Mit dem Masterstudium an der ADG Business School wollte er dieses Denken weiter schärfen. „Das Zeitmodell war ausschlaggebend. Sechs-Tages-Blöcke mit Wochenende dabei – besser kannst du es nicht mit der Arbeit verbinden“, sagt er. Inhaltlich war es für ihn anfangs ungewohnt. „Ich war etwas überrascht, weil viele Teilnehmende aus der Genossenschaftsbankwelt kamen. Das ist eine ganz andere Perspektive, andere Kennzahlen, andere Steuerung“, erzählt er. „Aber genau das fand ich spannend. Ich konnte vieles abstrahieren und daraus meinen eigenen Blick entwickeln.“
Beruf und Studium parallel zu meistern, war dennoch herausfordernd. „Wenn du nicht strukturiert bist und in einen berufsintegrierten Master reingehst, ist das wie mit geschlossenen Augen auf der Autobahn zu fahren. Du musst Zeitmanagement beherrschen, sortieren, priorisieren.“
Seine Masterarbeit führt zu etwas, das nicht viele schaffen: eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift über Energieeffizienz im Kreditrisikomanagement, gemeinsam mit Prof. Dr. Nils Helms.
„Nils war fordernd. Er hat gleich gesagt: Wenn ich jemanden betreue, dann muss das Ding fliegen. Das hat mich angespornt“, erinnert sich Max. „Ich wollte etwas machen, was nicht in der Schublade verschwindet.“
Das Thema, nachhaltige Baufinanzierung, lag für ihn nahe. „Das war damals omnipräsent, total am Zahn der Zeit.“ Die Arbeit war intensiv. „Ich bin in der Zeit durch alle Emotionen gegangen“, sagt er rückblickend und lacht. „Aber genau das war gut so.“
Veränderung bedeutet für ihn Fortschritt. „Ich bin jemand, der sich neue Herausforderungen sucht, sobald die Lernkurve abflacht.“ Nach dem Bachelor arbeitet er über drei Jahre im Produktmanagement der Baufinanzierung und absolviert parallel seinen Master. Anschließend wechselt er ins Controlling, um neue Produkte, neue Kunden und neue Aufgaben kennenzulernen.
Seinen jüngsten Jobwechsel im Oktober verbindet er mit einer sechswöchigen Auszeit mit dem Backpack in Indonesien. „Das war alles andere als erholsam“, sagt er schmunzelnd. „Aber es hat mir wieder gezeigt, wie wichtig Perspektivwechsel sind. Allein durch die Begegnung mit Menschen aus anderen Kulturen kann man so viel dazu lernen.“
Zurück in Deutschland übernimmt er eine neue Rolle: Business Manager für den Tribe Lead der Baufinanzierung. „Das ist sowas wie eine Stabsstelle des Bereichsleiters.“ Was ihn daran fasziniert, ist das Zusammenspiel aus Analyse, Strategie und Dynamik. Vor allem reizt ihn, in diese neue Denkebene einzutauchen. „Ich lerne gerade, wie Manager denken, wie viele Bälle sie zur gleichen Zeit in der Luft halten und wie strategische Entscheidungen zustande kommen.“, sagt er. „Das ist eine spannende Welt, und ich kann jeden Tag dazulernen.“
Max liebt diese Komplexität, aber er verliert nie den Menschen aus dem Blick. „Ich bin analytisch, ja. Aber wenn jemand im Team nicht weiterkommt, dann bin ich da. Das Zwischenmenschliche darf nie verloren gehen.“
Er lacht, auch über sich selbst. „Humor ist Teil von mir. Klar, manchmal wird man dann unterschätzt. Aber ich mag es, wenn Leute merken, dass doch etwas mehr dahintersteckt.“
Was ihn auszeichnet, ist Authentizität. „Für mich zählt: Jeder Mensch verdient Respekt. Deshalb behandle ich alle gleich und verstelle mich nicht – egal, ob ich mit dir spreche, mit meinen Kollegen oder mit dem Vorstand. Ich versuche, jedem mit der gleichen Offenheit zu begegnen. Und ich hatte in meiner Vergangenheit immer Menschen an meiner Seite, die das geschätzt haben.“
Privat sucht Max den Ausgleich in Bewegung – beim Sport, mit Familie und Freunden und als Handball-Schiedsrichter. Das schnelle Denken auf dem Spielfeld, das Treffen klarer Entscheidungen, das Kommunizieren unter Druck – vieles davon findet sich auch in seinem Berufsalltag wieder.
Und manchmal denkt er doch wieder ans Mathestudium, das er noch nicht absolviert hat. „Mich reizt das Denken. Wenn du ein Problem bekommst, das unlösbar scheint, und du gräbst dich durch Theorien, bis du einen Weg findest – das macht mir Spaß.“
Vielleicht ist es genau dieser Blick aufs Denken, der ihn prägt: die Freude daran, Muster zu erkennen und Zusammenhänge zu verstehen – im Studium, im Beruf, im Leben. Er ist ein analytischer Kopf mit einer warmen Haltung, jemand, der System mag, aber nie den Reiz daran verliert, Neues zu lernen.