Von GNTM zurück an die Bachelorarbeit

Modelvilla in Los Angeles, Studium an der ADG Business School und Job bei Vodafone: Nana bewegt sich zwischen ganz unterschiedlichen Welten. Im Gespräch erzählt sie, wie sie den Spagat zwischen Modelkarriere und Studium gemeistert hat, warum sie für ihren Traum sogar ein Semester länger studiert und welche Erfahrungen sie bis heute prägen.
Ein laues Lüftchen zieht über die Außenterrasse auf Schloss Montabaur, die Sonne scheint, Nana sitzt entspannt am Tisch und erzählt von den vergangenen Monaten. Noch vor Kurzem war sie Teil der Fernsehsendung „Germany’s Next Topmodel“ und wohnte in einer Modelvilla in Los Angeles. Shootings und Challenges mit namhaften Modedesignern bestimmten ihren Alltag. Heute ist sie zurück als Studentin an der ADG Business School und bei ihrem Arbeitgeber Vodafone. Der Wechsel zwischen Modelvilla, Studium und Beruf könnte kaum größer sein. „Es hat sich angefühlt wie ein Portal in eine andere Welt“, sagt sie über die Rückkehr in ihren gewohnten Alltag. Damit war das Kapitel GNTM für Nana zunächst abgeschlossen – zumindest dachte sie das. Erst als die Staffel im Fernsehen ausgestrahlt wurde, wurde ihr bewusst, welche Aufmerksamkeit ihre Teilnahme tatsächlich auslöste. Plötzlich schrieben Freunde und Bekannte, weil sie sie auf dem Bildschirm entdeckt hatten. „Da hat es Klick gemacht“, erzählt sie. Unvergessen bleibt für Nana aber vor allem der Moment bei dem ersten Massen-Casting, als Heidi Klum ihr sagte, dass sie weiterkommt. Aus tausenden Bewerberinnen schaffte sie den Sprung in die nächste Runde.
Seit dem ersten Semester studiert Nana Business Administration an der ADG Business School in Montabaur – und zwar berufsintegriert. Das heißt: Studium und Berufspraxis bei ihrem Arbeitgeber laufen von Anfang an parallel. Genau dieses Format, sagt sie, habe ihr die nötige Struktur gegeben, um auch ein Vorhaben wie die Teilnahme an einer Castingshow zu stemmen. Wer dual studiert, ist es ohnehin gewohnt, mehrere Verpflichtungen gleichzeitig zu koordinieren – Vorlesungen, Termine im Job, Prüfungstermine. Dass Showteilnahme und Studium parallel möglich waren, lag an der Flexibilität ihres Arbeitgebers und des Studiums. Für Nana stand von Anfang an fest, dass sie dieses nicht vernachlässigen wollte. „Ich habe mir immer wieder vor Augen gehalten, warum ich das mache und wo ich hin will“, sagt sie.
Während der Dreharbeiten gehörte ihre volle Aufmerksamkeit der Show. Sobald die Kameras aus waren, ging es zurück zu den Studieninhalten. Oft mit deutlich weniger Schlaf. Einmal schrieb sie direkt nach einem Casting für einen Model-Job im Büro einer Modezeitung online eine Klausur, während die anderen Kandidatinnen bereits weitergezogen waren. Nur einmal ließ sich beides nicht miteinander vereinbaren: Eine Vorlesung fiel auf einen Flug nach Los Angeles, bei dem es keinen Internetzugang gab. Die Folge war eine Verlängerung des Studiums um ein Semester, da das Modul später nicht erneut angeboten wurde.
Die Erfahrungen bei GNTM haben nicht nur ihren Alltag verändert, sondern auch ihren Blick auf die Modebranche. Nana ist weiterhin nebenbei als Model tätig. „Die Modelwelt ist zwar glamourös, aber in bestimmten Bereichen eben nicht so progressiv, wie man denkt.“ Genau dieses kritische Denken und Hinterfragen habe sie durch ihr Studium erlernt.
Direkt nach der Show zog es sie für ein Auslandssemester nach Spanien. Dort vertiefte sie ihre Sprachkenntnisse und stellte sich erneut einer unbekannten Situation. Die anfängliche Unsicherheit überwand sie mit einer Erkenntnis aus den vergangenen Monaten: „Es lohnt sich immer, die Dinge zu machen, vor denen man Angst hat, denn man gewinnt immer mehr, als man verliert.“
In fünf Jahren sieht sich Nana weiterhin zwischen beiden Welten. Sie kann sich vorstellen, eine eigene Agentur aufzubauen und dort ihr betriebswirtschaftliches Wissen mit ihrer Erfahrung aus der Modebranche zu verbinden. Gleichzeitig möchte sie dazu beitragen, neue Perspektiven in der Branche zu fördern.
Der 18-jährigen Nana würde sie heute vor allem eines mit auf den Weg geben: mutig zu sein und Chancen zu ergreifen, ohne sich von Angst limitieren zu lassen. Und auch Menschen, die ihr nach der Sendung schreiben, gibt sie immer wieder denselben Rat mit: „Lasse dir nicht durch Angst tolle Möglichkeiten entgehen, deine Träume zu erfüllen und dich selbst zu verwirklichen, denn am Ende des Tages tust du es für dich.“


